Schweiz: SBB plant neue Generation der Bahnsteuerung für mehr Züge auf dem Netz

Die SBB stellt die Weichen für die nächste Generation der Bahnsteuerung in der Schweiz.

Sie bereitet deshalb die Beschaffung eines neuen digitalen Leitsystems vor. Es soll ab den 2030er-Jahren schrittweise mehr Züge auf dem Netz ermöglichen, den Betrieb noch stabiler und Züge flexibler steuerbar machen. Bis es so weit ist, verlängert die SBB den bestehenden Vertrag mit Siemens für das heutige System Iltis. So stellt sie sicher, dass der Bahnbetrieb weiterhin zuverlässig läuft.

Die SBB erneuert die Steuerung des Bahnverkehrs schrittweise mit neuen digitalen Systemen. Ziel ist ein leistungsfähigeres Netz, auf dem mehr Züge verkehren können und auf dem der Betrieb noch stabiler läuft.

In den Betriebszentralen überwachen und steuern Mitarbeitende rund um die Uhr die Personen- und Güterzüge, damit die Reisenden und die Warenlieferungen in der ganzen Schweiz sicher und pünktlich verkehren. Um diese anspruchsvolle Aufgabe auch in Zukunft zuverlässig erfüllen zu können, brauchen sie Unterstützung durch moderne Systeme.

Fit für die Anforderungen von morgen

Das derzeit dafür eingesetzte zentrale System ist Iltis, das integrale Leit- und Informationssystem der Bahnleittechnik. Dieses ist seit über 30 Jahren zuverlässig im Einsatz. Die Anforderungen an die Bahnleittechnik sind in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen und die technischen Möglichkeiten haben sich weiterentwickelt und verändern sich. Die SBB plant vorausschauend, ein neues Leitsystem zu beschaffen, das diesen Anforderungen gerecht wird. Es soll eng mit den zukünftigen digitalen Stellwerken und dem Fahrplansystem vernetzt sein, internationalen Standards entsprechen und die Steuerung des Bahnverkehrs weiter optimieren.

Neues System ab 2030er-Jahren

Die Ausschreibung für das neue System startet ab 2027 nach den Regeln des öffentlichen Beschaffungsrechts. Ab Anfang der 2030er-Jahre führt die SBB das neue System schrittweise ein.

Bis das neue System eingeführt ist, bleibt Iltis im Einsatz und ist für den zuverlässigen Betrieb unverzichtbar. Um den sicheren Betrieb bis zur Ablösung sicherzustellen, verlängert die SBB den dafür bestehenden Vertrag mit Siemens. Die Vertragsverlängerung für die technische Nachbetreuung von Iltis hat die SBB am 29. Juli 2026 auf Simap publiziert.

Wertschöpfung in der Schweiz

Ein Wechsel des Anbieters für die Betreuung des heutigen Leitsystems ist technisch und rechtlich ausgeschlossen: Siemens hat Iltis entwickelt, hält also das geistige Eigentum am System. Zudem verfügt Siemens als einziges Unternehmen über das nötige technische Wissen für den Weiterbetrieb.

Der publizierte Betrag von 280 Mio. CHF ist der maximale Kostenrahmen für die technische Betreuung bis zur geplanten Ablösung von Iltis bis spätestens 2045. Die Leistungen erbringt Siemens Mobility Schweiz in Wallisellen. Die Wertschöpfung bleibt damit vollständig in der Schweiz. Die SBB will das neue Bahnleittechnik-System bereits bis Anfang der 2040er-Jahre vollständig einführen. Entsprechend würden sich die Kosten in die Iltis-Technologie reduzieren.

 

Quelle: SBB
Bildquelle: Symbolbild © SBB CFF FFS (bearbeitet mit KI)

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